Oktober
M D M D F S S
252627282930 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31 12345
Lang, lang ist's her...



Vor drei Jahren :-)

Mit rund 120 Personen sind wir Messdiener aus Christ König dieses Jahr beim Neusser "Kappessonntagszug" mitgegangen. Mit Weihrauchfass und Banner vorneweg sind wir mit Pfarrer Hanck, unseren Eltern und Geschwistern, jeweils als Engel oder Teufel verkleidet, durch die Stadt gezogen. Dabei wurden sowohl "faire Kamelle", als auch gesponsorte Süßigkeiten und Schwämme von uns in die Menge geworfen. Eine Schweizer Musiktruppe vor uns sorgte für die richtige Stimmung und machte den Umzug zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die Teilnahme an so einem traditionellen Fest ist immer etwas Besonderes, was wir auch an den neidischen Blicken einiger Messdiener aus St. Marien merkten, die am Rand standen. Zusätzliche ist es und dann auch noch gelungen bei der Prämierung der besten Fußgruppen den 3. Preis abzuräumen, was wir anschließend im Thomas-Morus-Haus bei der vom Förderverein veranstalteten Karnevalsparty gebührend gefeiert haben

NGZ:

Engelchen und TeufelchenMessdiener sind jeck geworden

Von Carsten Greiwe Über 100 Ministranten der katholischen Pfarrgemeinde Christkönig wollen am Kappessonntagsumzug teilnehmen. Sie werfen „faire Kamelle“, Zahnbürsten und Bälle in die Menge. Auf Alkohol sollen sie verzichten, aber anschließend ist Party.

: „Der spinnt“, war die erste Reaktion von Christoph Graumann (18) und Martin Jungbluth (17), als sie erstmals die Idee ihres „Chefs“ hörten: Stefan Spintig (29) hatte im vergangenen Sommer vorgeschlagen, dass die Messdiener der katholischen Pfarrgemeinde Christ König am Kappessonntagszug teilnehmen sollen. War Spintig jeck geworden?

Doch langsam wich das ablehnende Erstaunen über diesen ungewöhnlichen Vorschlag. Inzwischen haben sich über 100 Ministranten begeistern lassen und werden am Sonntag mit von der Partie sein. Ihr Kostüm: Engelchen und Teufelchen.

Teufel im Gottesdienst

Bereits um 10.30 Uhr werden sich die Jungs und Mädels zur traditionellen Karnevalsmesse in der Kirche am Berliner Platz in der Neusser Nordstadt treffen. „Wir werden natürlich auch in den Kostümen ministrieren“, kündigt Obermessdiener Spintig an.

„Die Engelchen sitzen dann auf der Priesterseite, die Teufelchen gegenüber.“ Anschließend werden die Jugendlichen mit Sack und Pack in die Innenstadt ziehen. Auch rund 30 Eltern wollen am Umzug teilnehmen. Ob Pfarrer Wolfgang Hanck mitzieht, steht noch nicht fest. Immerhin ist der Pfarrvikar von Christ König, Pfarrer Dr. Ulrich Sellier, als Feldgeistlicher des Prinzenpaares sowieso bei den Narren dabei.

Seit Monaten bereits sind die Jugendlichen dabei, die Aktion vorzubereiten. Dabei hat sich besonders der 17 Jahre alte Andi Hansen eingebracht. Er hat viele Bettelbriefe verschickt, mit denen die Messdiener um Spenden als Wurfmaterial gesammelt haben. „Ein Zahnarzt hat zum Beispiel Zahnbürsten gestiftet“, erzählt Andi. Außerdem sind Bälle, Schwäm me und auch sonst allerlei Brauchbares dabei rumgekommen.

„Natürlich werden wir auch faire Kamelle werfen“, ergänzt Spintig, womit Bonbons aus dem „fairen Handel“ gemeint sind. Zwei „Bagagewagen“ stehen schon bereit, mit dem das Wurfmaterial während des Umzuges transportiert wird.

„Sollte die Neusser Blumenversteigerung noch Blumen stiften, dann wird vielleicht sogar ein dritter notwendig. „Wir hatten schon vor Weihnachten über 400 Kilogramm Kamelle zusammen“, berichtet Andi stolz von den Aktivitäten.

Gemeinsam mit der 19 Jahre alten Sabine Bursy hat er auch das überdimensionale Banner gemalt, mit dem die Messdiener aufziehen wollen. Doch, wie kommen Messdiener dazu, beim Karnevalsumzug mitzumachen? Für Spintig ist klar: „Aus Spaß.“ Darüber hinaus gibt es aber auch noch einen konkreten Anlass: Die Gemeinde Christ König feiert in diesem Jahr ihr Jubiläum zum 50-jährigen Bestehen.

Doch der eigentliche Grund liegt noch woanders: „Wir haben so viele Jugendliche, die ihren Dienst gut und gerne tun, die sich für ihren Glauben einsetzen. Das wollen wir einmal zeigen“, sagt der 29-Jährige. Außenstehende hörten so oft, dass Kirche immer weniger werde „Es gibt aber auch andere Entwicklungen. Bei uns wird es immer mehr“, verkündet Spintig.

In Christ König gibt es zurzeit immerhin mehr als 110 Messdiener. „Das sind immer mehr geworden“, berichtet Spintig. Während des karnevalistischen Umzuges wollen die Jugendlichen völlig auf Alkohol verzichten. „Jedenfalls ist das so geplant“, sagt Martin Jungbluth mit einem Augenzwinkern.

Nach dem Kamellewerfen jedoch treffen sich die Jungs und Mädels im Thomas-Morus-Haus gegenüber der Kirche und machen noch Party. Eine Live-Band spielt und für Getränke wird auch gesorgt sein. „Jeder, der kommen will, ist herzlich eingeladen“, lädt Spintig nicht nur alle Pfarrangehörigen, sondern gleich alle Besucher des Kappessonntagszuges mit ein. „Wir wollen die Leute vom Straßenrand mitnehmen.“ Der Eintritt ist frei.

Weiter Fotos gibt es HIER!

B. Becker, 03.01.08